Die Preisträger

2016
Reinhard Strecker

2014
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

2012
Gerhart R. Baum
Bernd Wagner

2010
Prof. Dr. Dres. h.c.
Spiros Simitis

2008
Seyran Ates

2006
Dr. Heribert Prantl

2004
Dr. Hildegard Hamm-Brücher
Dr. Heinrich Hannover

2002
Margot von Renesse

2000
Barbara Just-Dahlmann
Dr. jur. Theo Rasehorn

1998
Dr. Burkhard Hirsch

1996
Otto Gritschneder
Wolfgang Ullmann

1994
Diether Posser

Nachruf für die Staatsministerin a.D. Dr. Hildegard Hamm-Brücher
* 11.05.1921 † 07.12.2016

Arnold-Freymuth- Preisträger im Jahr 2004

Nicht nur unsere Gesellschaft trauert um eine herausragende Persönlichkeit der bundesrepublikanischen Politik des 20. Jahrhunderts. Hildegard Hamm-Brücher, die sich nach dem durch Richtungswechsel bedingten Austritt aus der FDP selbst als freischaffende Liberale bezeichnete, ist nach langem, erfülltem Leben am 07.12.2016 im Alter von 95 Jahren verstorben. Mit ihr geht eine stetige und gradlinige Person, die vorbildhaft in ihrer unabhängigen Denkweise war, eine Einstellung, die vielen heutigen Betreibern des Politikbetriebes leider nicht mehr anhaftet.

Einer Generation zugehörig, die fast alle Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts miterlebt und erlitten hat, gehört sie zu denen, die bei aller schändlichen Haltung der Mehrzahl der Deutschen grundlegende Werte hochgehalten hat, die heute aber bedauerlicherweise wieder in Gefahr sind, vernachlässigt oder gar abgeschafft zu werden.

Geprägt von Zivilcourage getreu der Devise, das für richtig Erkannte gegen alle Anfeindungen und trotz Spott und Hohn durchzusetzen, hat sie sich schon vor der Zeit als das Erlangen von Bildung zum wesentlichen gesellschaftlichen Ziel wurde, dafür eingesetzt, allen Menschen den Zugang zu guter Bildung und Ausbildung zu ermöglichen. Als aufrechte Vertreterin der sozial-liberalen Kräfte in der FDP verurteilte sie den Koalitionswechsel ihrer Partei und damit das Ende der Kanzlerschaft Helmut Schmidts. Politik war ihr eine moralische Übung. Ihre aufrechte und charakterlich einwandfreie Haltung, ihre Intelligenz und Redegewandtheit verschafften ihr 1994 die Ehre, von der FDP als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt vorgeschlagen zu werden. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse ein an sich aussichtsloses Unterfangen, gleichwohl erreichte sie ein beachtliches Ergebnis bei der Abstimmung.

Sie ehrende Nachrufe gibt es sonder Zahl, und Stimmen, die auch nur einen Hauch eines negativen Bildes hervorrufen könnten, fehlen. Mit ihr geht eine Person des öffentlichen Lebens, die die Freiheit des Einzelnen über alles gestellt hat und von der Fähigkeit der Menschen zur Selbstverantwortung überzeugt war. Die neueste Entwicklung dürfte sie daher mit großer Sorge erfüllt haben.