Die Preisträger

2016
Reinhard Strecker

2014
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

2012
Gerhart R. Baum
Bernd Wagner

2010
Prof. Dr. Dres. h.c.
Spiros Simitis

2008
Seyran Ates

2006
Dr. Heribert Prantl

2004
Dr. Hildegard Hamm-Brücher
Dr. Heinrich Hannover

2002
Margot von Renesse

2000
Barbara Just-Dahlmann
Dr. jur. Theo Rasehorn

1998
Dr. Burkhard Hirsch

1996
Otto Gritschneder
Wolfgang Ullmann

1994
Diether Posser

Arnold-Freymuth-Preis 2008

Seyran Ateş

Seit 1994 verleiht die Arnold-Freymuth-Gesellschaft im Turnus von zwei Jahren einen Preis an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um unseren demokratischen und sozialen Rechtsstaat verdient gemacht haben. Erster Preisträger war, voll in der Tradition des Namensgebers der Gesellschaft stehend, der als unerschrockene „Anwalt im kalten Krieg“ bekannt gewordene Rechtsanwalt und spätere Justizminister des Landes NRW Dr. Diether Posser. In diese Traditionslinie reiht sich auch die Peisträgerin des Jahres 2008 ein.

Die Preisverleihung fand am Sonntag, den 23. November 2008 im Forum des Gustav- Lübcke- Museum Neue Bahnhofstraße 9, 59065 Hamm statt.

Der Präsident der Gesellschaft, der Vorsitzende Richter am Bundesarbeitsgericht Franz Josef Düwell, begrüßte die zahlreich erschienen Gäste. Er erinnerte bei dieser Gelegenheit an den im Mai verstorbenen Prof. Dr. Erich Küchenhoff, einem unerschrockenen Menschenrechtsaktivisten, der auch an der Gründung der Freymuth-Gesellschaft beteiligt war.

In seiner Begrüßungsansprache ging der Hammer Oberbürgermeister Thomas Hunsteger- Petermann auf die wichtige kommunalpolitische Zukunftsaufgabe Integration ein.

Als Sprecherin der Jury begründet Frau Oberbürgermeisterin a. D. Prof. Sabine Zech die Entscheidung. Sie stellte dar, wie sehr sich die Preisträgerin um unseren demokratischen und sozialen Rechtsstaat verdient gemacht hat.

Zur Finanzierung ihres Jurastudiums arbeitete Frau Ates in einem Frauenladen für türkische und kurdische Migrantinnen, wo sie 1984 die Ermordung einer Klientin durch deren Ehemann miterleben musste und dabei selbst schwer verletzt wurde. Die Genesung zog sich lange hin, so dass sie erst 1997 ihr zweites Staatsexamen absolvieren konnte. Seitdem kämpft sie gegen Kopftuchzwang, Zwangsheirat und Ehrenmorde an. Wegen ihrer engagierten anwaltlichen Tätigkeit für türkische Frauen wurde sie von gewaltbereiten Ehemännern beleidigt, bedroht und auch körperlich misshandelt. Sie hat sich dennoch nicht von ihrem Engagement abbringen lassen.

In ihrer Laudatio auf die Preisträgerin würdige die Bundestagspräsidenten a.D. Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth die Verdienste der Preisträgerin.

Der prominente Festredner Prof. Dr. Klaus Bade erläuterte die Bedeutung von Zuwanderung und Integration für unsere Republik.

Die Preisträgerin hielt eine bemerkenswerte Dankrede. Sie dankte nicht nur für die Auszeichnung sondern vor allem, dass ihre neue Heimat die Bundesrepublik Deutschland ihr die Chance gegeben habe, sich zu bilden und den Traumberuf einer Rechtsanwältin zu ergreifen.

 

Mehr Informationen zu Seyran Ateş:

www.seyranates.de

 

Bilder der Preisverleihung